sprach er, während ich im Bett lag und einfach nur Schiss hatte.

Ich schreibe von einer Untersuchung, die in extremer Verniedlichung „Schluckecho“ genannt wird. Jedoch hat meiner Erfahrung nach das Schieben von Sonden, Tuben, Endoskopen und co. in die Speiseröhre gestresster Patienten eher weniger mit Schlucken zutun. Im Großen und Ganzen ist das eine Ultraschalluntersuchung, bei der eine Art „Endoskop“ als Ultraschallkopf fungiert und durch die Speiseröhre direkt die Herzklappen darstellen kann. Soviel zum Thema „Essen“.

Direkt am Tag vorher, bzw. sogar noch vorher in der Ambulanz hatte ich bereits angekündigt, wie diese Untersuchung ablaufen sollte, damit ich sie problemlos schaffe. Häufig wird das mit Midazolam zur Beruhigung und lokaler Betäubung des Rachens durchgeführt. Manchmal aber auch in leichter Schlafnarkose mit Propofol oder für Vollidioten,die  zu schwach sind, ihre Angst zuzugeben Hartgesottene die Variante mit einer lokalen Betäubung alleine.

In meinem Fall ist es so, dass Midazolam kaum wirkt, bzw. bestenfalls bei ordentlicher Elefantendosis eine entspannte Situation noch lustiger macht,  aber in stressigen Situationen nehme ich alles wahr und stehe unter enormem Stress, obwohl ich dann zugedröhnt wirke. Wie beispielsweise bei der Broviacanlage.

Dazu hatte ich einige traumatische Erfahrungen mit Magensonden, intraoperativer Awareness geschuldete wache Extubationen, usw. Kurz: Ich will von dem ganzen Scheiss nichts mitbekommen und habe meine Gründe dafür. Allerdings kann ich mir auch nicht vorstellen, dass es tatsächlich Menschen gibt, die diese Untersuchung problemlos über sich ergehen lassen können.

Genau das wurde in aller Deutlichkeit von mir angekündigt und auch dank meines Stationsarztes im Aufklärungsbogen dokumentiert. Von der Seite aus war alles in Ordnung und sollte wie geplant, mit der richtigen Dröhnung stattfinden, damit ich nichts mitbekomme. Allerdings konnte das Herzechoteam der Anweisung nicht folgen: Bei Endoskopien haben die Pflegekräfte eine spezielle Ausbildung bzgl. Anästhesie, dazu ist ein zweiter Arzt abrufbereit, beim Echo in diesem Krankenhaus allerdings nicht. Jedes Haus ist da wohl unterschiedlich, ich hatte von vielen Leuten inzwischen gelesen, dass sie komplett narkotisiert wurden, wie bei Magenspiegelungen. Darum muss dort dann – im Gegensatz zu Endoskopien – ein Anästhesist extra hinzugezogen werden. Aber Midazolam darf trotzdem gespritzt werden, obwohl es im Gegensatz zu Propofol länger wirksam ist und somit weniger kontrollierbar. Interessante „Logik“. Aber vielleicht hat jemand von euch eine fachlich korrekte Antwort dazu.

Soweit so gut, ich hatte dann klar gesagt, dass ich das auf die Art und Weise nicht mache. Darum bin ich heute dran, mit Anästhesie. Wann auch immer…

 

 

7 thoughts on “„Das ist wie Essen!“

  1. Firefox 45.0 Firefox 45.0 Mac OS X 10.6 Mac OS X 10.6

    Hallo Pilotin,
    ich habe auch vor ein paar Wochen so ein Schluckecho genossen (wegen Ausser-Takt-Kommens meiner Pumpe, so dass die „Pumpenschlosser“ (nennen sich grossspurig Kardiologen) sich für diese Massnahme entschieden hatten), allerdings habe ich die Weichei-Version gewählt (warum soll man sich das Leben unnötig schwer machen) und ich habe es überlebt (denke ich jedenfalls 😀 )
    Liebe Grüsse
    Hajo
    P.S. gerade lief in N24 eine interessante Doku über die Huey, vielleicht kannst Du sie ja in der Mediathek finden.
    übrigens: ich hatte Dir ein paar Links im Gästebuch hinterlassen.

    1. Unknown Unknown Unknown Unknown

      Haha, sehr gut 😀 Ich bin wiegesagt auch ein Weichei und habs dank der Drogen überlebt. Glaube ich zumindest. Und falls nicht, dann gibt’s im Himmel wohl ziemlich gute Pizza o.O

  2. Internet Explorer 11.0 Internet Explorer 11.0 Windows 7 x64 Edition Windows 7 x64 Edition

    Oh Mann so was doofes. Aber ich glaube, das ist in jedem Krankenhaus gleich.
    Im letzten, wo ich war, musste nicht ein Anästhesist dabei sein, sondern einfach ein 2. „Arzt“.
    Mein Doc holte eine ganz junge Assistenzärzten hinzu, die erstmal fragte welches dieser beiden Mittel in den bereitliegenden Spritzen das Dormicum und welches das Propofol sei. *aaaaaahhhhhhhhhhh*
    Zum Weglaufen wars schon zu spät also ab zu Magen und Darmspiegelung…..

    Nachdem ich immer wieder während der Untersuchung aufgewacht bin, ich glaube ziemlich geschrien und Terror gemacht habe, hat mir der Arzt am nächsten Tag erzählt, dass ein „normaler“ Mensch ca 50mg Propofol braucht für die Untersuchungen, ich hatte schon 310mg verabreicht bekommen und somit hat er sich nicht mehr getraut….

    Ich glaube wir brauchen einen eigenen Anästhesisten der bei den Untersuchungen immer dabei ist 😀

    1. Unknown Unknown Unknown Unknown

      Ach du Sch… 😀 Mal abgesehen davon, dass man die Medikamente eindeutig an der Farbe erkennen kann… 😀 Erschreckend. So ein Kandidat bin ich übrigens auch, bin bei der Untersuchung dann auch aufgewacht. Und in fünf OPs. 50 mg erscheint mir aber auch für normale Leute zu wenig.

  3. Firefox 48.0 Firefox 48.0 Ubuntu x64 Ubuntu x64

    Das gehört sicher nicht zu den Genüssen des Lebens und so vergnügungssüchtig war ich bei meiner Behandlung dann auch wieder nicht. Gut zugedröhnt war es aber auszuhalten-

  4. Google Chrome 51.0.2704.103 Google Chrome 51.0.2704.103 Windows 7 Windows 7

    Ich habs einmal todesverachtend nur mit so leicht oberflächlich betäubendem Rachenspray (das widerlich nach künstlichem Bananenaroma schmeckte) durchgemacht. Da ich schon so einigermaßen wusste, wie ein TEE abläuft, drohte ich dem Arzt erst mal heftigste Reaktionen an, falls er über meine Würgerei lachen würde (manche machen sich da echt einen Spaß draus). Er war aber ganz kommod, vereinbarte sogar Handzeichen mit mir und hielt sich auch daran. Arg lang hat das Ganze nicht gedauert, vielleicht 10 Minuten, aber ich war doch froh, als es überstanden war. Der Arzt lobte mich sogar für meine Heldenhaftigkeit, was ich mit einem verrucht krächzenden „Sie waren aber auch toll…“ erwiderte, und da haben wir dann tatsächlich gelacht.

    Allerdings von „das ist wie Essen“ zu sprechen ist doch – tschuldigung – Verarxxxe! Schluckt der seine Kartoffelklöße für gewöhnlich am Stück runter? Erinnert mich an meine Kleinkinderzeit, als ich oft geröntgt werden musste und dazu jedes Mal diesen Bariumbrei essen sollte. Die Schwestern versuchten, mich mit „das ist Schlagsahne, hmm fein“ in Stimmung zu bringen, mit dem Ergebnis, dass ich ihnen den widerlichen Pamps umgehend aufs Röntgengerät spuckte. Selber schuld, wenn man Kinder anlügt!

    1. Unknown Unknown Unknown Unknown

      ich hatte das unter Midazolameinfluss dann vor der leichten Narkose auch bekommen und die Schwestern auf der ITS hatten es als „scharfe Banane“ bezeichnet. 😀

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