An die Hobbypsychologen und Fachkräfte hier – ist es gestört, wenn ein Patient im Aufwachraum nach dem Wachwerden als erstes nach seinem Port greift und sich über eine schwarze (hey, die sind stylish! 😀 ) Ritschratschklemme freut?

Genau DAS war meine erste Handlung kurz nach der OP. Ich hatte bisher immer diese gelben Dinger gesehen und finde die potthässlich. Ein bisschen Luxus darf man sich ja gönnen!

Die Einleitung war mal wieder kompliziert. Zehnmal pieksen, nervöse Anästhesisten und ganz zum Schluss war’s auch um meine Coolness nicht mehr so gut gestellt. Der Grund dafür war, dass ich nach 150 Propofol und immer wieder Bolusgaben von 10 Sufenta immernoch komplett wach und operationsbereit auf dem Tisch lag. Mir selbst war klar, dass der Zugang trotz Sonokontrolle völlig im Gewebe lag, denn obwohl ich schon ein wenig mehr Narkosemittel benötige, als Gleichaltrige, bin ich bei 150 Propofol eigentlich schon längst komplett weggebeamt. Dummerweise ist meine Körperwahrnehmung etwas gestört, sodass ich nicht immer gleich merke, dass ich eigentlich (?) Schmerzen empfinde. Das spüre ich erst, wenn es wirklich heftig wird. Darum konnte ich auch nicht genau sagen, ob mir der Arm wehtut, was ein sicheres Zeichen für einen paravenösen Zugang wäre. Stattdessen fühlte ich nur, dass da irgendwas ist und irgendwie komisch und unangenehm ist. Erst später tat das Ding weh, ich konnte den Arm einen Tag lang nicht bewegen,weil das Gewebe völlig gereizt und geschwollen war. Ich hatte den Anästhesisten (drei insgesamt…) immer wieder gesagt, dass ich glaube,dass der Zugang nicht richtig sitzt. Stattdessen hatten sie nochmal nachgespritzt. Und nochmal. Und… Irgendwann wurde ich dann selber sehr, sehr nervös und fühlte mich unwohl, weil ich daran dachte, nun derart viel Narkosemittel in meinem Arm zu haben, was mein Fliegengewichtkörper irgendwie wieder abbauen muss. Dazu fummelten immer mehr Menschen an mir rum und das grüne Tuch, das bereits gespannt war, war derart nah an meinem Kopf, dass es richtig unangenehm wurde.

Endlich fiel dann die Entscheidung, dass ich eine Sevofluraneinleitung bekomme und ein neuer Zugang in Narkose gelegt werden soll. Das widerrum war ziemlich angenehm, fühlte sich etwas anders an, als eine iV.-Einleitung und von der OP habe ich nichts mitbekommen.

Das Aufwachen war auch super, völlig schmerzfrei, der weitere Verlauf auch. Meiner Meinung nach ist eine Portimplantation wirklich ein ganz kleiner Klacks. Er konnte sofort benutzt werden, heilt problemlos ein und stört nicht. Die „Einweihung“ erfolgte (leider) mit einer Flasche Dipi. Durch eine andere Erkrankung und die Komplikationen der letzten großen OP leide ich momentan ständig unter Bauchschmerzen, manchmal sehr massive, die sich nicht mehr mit meinen normalen Morphintabletten unter Kontrolle bekommen.

Die TPE kommt auch „ins Rollen“. Die Vorbereitungen sind vermutlich anstrengender, als die Therapie selber.

Fazit: Jeder, dem so ein Eingriff bevorsteht, kann da wirklich sehr entspannt an die Sache herangehen. Ich hatte wiegesagt keine Schmerzen (oder kann das nicht so spüren, kann auch sein), merkte eben nur, dass da „etwas ist“. Ist aber nicht schlimm. Das an und Abstöpseln empfinde ich als viel angenehmer, als am ZVK, weil der Port subclaviculär, also circa zwei Zentimeter unter dem Schlüsselbein liegt. Da fällt das unangenehme Rumgefummel in Kopfnähe zum Glück aus.

Inzwischen spüre ich meinen Port überhaupt nicht mehr und von Anfang an habe ich ihn als einen sehr nützlichen Bestandteil meines Körpers wahrgenommen. Jetzt, am vierten Tag mit meinem kleinen Helfer käme ich mir ohne sogar etwas komisch vor. Das Einzige, was ich mir überlegen muss, ist, wie ich den Schlauch der Nadel am angenehmsten trage. Unter dem T-Shirt spüre ich ihn zu stark (ich bin sehr sensibel, was Kleidung, etc. betrifft und spüre wohl alles doppelt und dreifach), aber über dem T-Shirt kommt es mir so vor, als würde er den Ausschnit auf ein wenig ausleiern können. Durch’s Googlen stieß ich auf „Hickitaschen“und überlege, wie ich sowas etwas kleiner und in meinem Stil basteln könnte. Vielleicht könnt ihr mir mit ein paar Ideen dazu weiterhelfen?

Ich berichte, wenn ich mehr Erfahrungen sammeln konnte.

5 thoughts on “Die ersten Erfahrungen

  1. Unknown Unknown Unknown Unknown

    Danke für den Bericht! 🙂 Prima, dass der Port gut sitzt!
    Dann kann das Auftanken ja losgehen! Hoffentlich kommst du bald auf ein gutes Startgewicht! 😉

  2. Unknown Unknown Unknown Unknown

    Liebe Pilotin, ich würde dir gerne eine Tasche für den Port nähen. Hickitäschchen habe ich schon gesehen, vielleicht magst du mir eine Zeichnung machen oder Maße geben?

  3. Unknown Unknown Unknown Unknown

    Gabs bei dir ne bestimmte Indikation für Vollnarkose? Oder ist das Standard? In einer Klinik in meiner Nähe werden Ports nur mit „Anästhesie-Stand-by“ gelegt und Lokalanästhesie durch Operateure. Alles Gute mit deinem Knopf im Ohr, pardon, an der subclavia!

  4. Unknown Unknown Unknown Unknown

    Schön das du wieder halbwegs auf den Beinen bist. Oder zumindest beste Voraussetzungen dafür mitbringst.
    Aber irgendwie schwach, das die Anästesisten da so lange gebraucht haben… Da hätte man mit deinen Besonderheiten eigentlich schneller drauf kommen müssen (so sie es denn gewußt habe, wovon ich allerdings ausgehe).
    So eine Tasche oder ähnlich ist relativ schnell genäht, aber da müssten wohl die Maße und Ideen vor Ort abgestimmt werden. Gerade weil du sagst, das du relativ empfindlich bist.
    Hast du meine Mail gesehen/gelesen?

  5. Unknown Unknown Unknown Unknown

    Hallo liebe Pilotin, auch ich wünsche Dir von Herzen, dass Du wieder „ins Lot“ kommst.
    wenn ich daran denke, dass eine Anästesie nicht ihren ZWeck erfüllt, läuft es mir eiskalt den Rücken runter. Glücklicherweise war ich nie davon betroffen.
    Herzliche Grüsse
    Hajo

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