Oder kurz: Meine Chirurgen haben mich vorgestern zum Glück wieder zu sich genommen. Ich fühle mich hier sehr wohl, da die Schwestern nett und sehr kompetent sind und ich dementsprechend entspannt sein kann, weil ich weiss, dass ich falls ich Beschwerden habe, nicht lange warten muss und auch das richtige Medikament in der richtigen Darreichungsform bekomme.

…Was auf der Kinderstation nicht der Fall war. Wie schon der Titel sagt, fallen 80% der Schwestern auf der Kinderstation unter „keine Ahnung, aber große Klappe“. Oft ist der Ton dort unfreundlich und bevormundend, es wird nicht unterschieden, ob der Patient 5 oder 17 Jahre alt  ist.

Der Super-Gau passierte dort vor fünf Tagen. Nach einer Boulette bekam ich ab ca. 18 Uhr starke Übelkeit, das Stoma lief nicht. Ich bekam um halb acht eine Tablette gegen die Übelkeit, die aber immer schlimmer wurde. Kinderstationsdrache hatte leider Dienst. Dass ich momentan oft Stomablockaden habe, ist bekannt. Ein Sellink MRT wurde deshalb schon vor Lämgerem von meinem Chirurgen angesetzt. (Und Freitag durchgeführt. Ergebnisse bekomme ich heute!)

Das zog sich bis in die Nacht hinein.  Um 22 Uhr (?) habe ich nochmal geklingelt, weil ich das einfach nicht mehr aushalten konnte. Eine Kinderärztin kam, sah sich den Bauch an und fand nichts, ausser einer etwas schwächeren Peristaltik. Als sie weg war, kam mir der Drache dann mal wieder doof. „is ja kein Wunder, dass dir übel ist, wenn du so wenig trinkst“ und meinte allen Ernstes, ich solle den Rest der Wasserflasche austrinken. Hatte mich geweigert.

Um 23 Uhr war wenigstens die Übblkeit besser ausaltbar, sodass ich den Restbestand des Beutels von vor 18 Uhr entleert habe, um besser beobachten zu können, ob und wann das Stoma fördert.

Eine halbe Stunde päter ging’s mir ieder ziemlich mies,so langsam stellten sich Krämpfe ein.

Um 0 Uhr kam die Nachtschwester vorbei, um kurz nach mir zu schauen. Welch‘ eineFreude – es war die etwas süßlich angehauchte „Kontrolleurin“ (Siehe „Schwesternsprüche“). Ich schilderte ihr, dass das Stoma seit mind. 18 Uhr nicht mehr förderte und dass ich Schmerzen bekomme. „Mach mal den Laptop aus und geh schlafen. Ausserdem hattest du den Beutel doch erst ausgeleert?“ – „Ich habe ihn ausgeleert, aber es befand sich das, was das Stoma vor 18 Uhr förderte,im Beutel. Ich hab‘ ihn nur zur besseren Kontrolle ausgeleert. Meine Beschwerden werden wieder heftiger.“- „Also hast du ihn ausgeleert. Dann ist ja alles gut. Schlaf jetzt.“ Mit den Worten verschwand die Mittagessenpolitesse. Sie schien nicht begriffen zu haben, dass „Ausleeren“ nichts mit „Fördern“ zu tun hat. Also wartete ich weiter und hoffte, dass es mir irgendwie besser ging. Meine Mutter und ich schrieben uns auch die ganze Zeit lang SMS, sie wurde immer wütender. Besonders wütend wurde sie, als ich kurz nach 1 klingelte, weil die Krämpfe zu stark wurden und ich es nicht mehr aushielt. Die Klingel wurde abgeschaltet, niemand kam. Daraufhin rief sie auf der Station an und machte denen klar deutlich, was los ist. Komischerweise ging es dann erst, dass ich eine Ibuprofen (hat nicht gewirkt) bekam und eine Chirurgin zum Untersuchen kam. Immerhin war der Bauch nicht „richtig“ akut, es war eine typische Blockade.

Am nächsten Tag wurde ich auf die Chirurgie verlegt und das MRT wurde durchgeführt.

UPDATE Ergebnis: Bisher unauff. Beim Austasten des Stomas fand mein Doc vor einem Monat eine leichte Engstelle am Stoma, der Darm an sich ist aber frei. Das Stoma wird erst erneuert, wenn die Beschwerden zu nehmen und das finde ich sehr gut, denn das zeigt wieder, dass meine Ärzte vorsichtig abwägen und sich Gedanken machen, wie viel ich an Interventionen vertrage! 🙂

12 thoughts on “Wenn Ahnungslose meinen, Ahnung zu haben…

  1. Unknown Unknown Unknown Unknown

    Solange, wie es ’nur‘ um zwischenmenschliche Schwierigkeiten ging, war das alles ja noch okay, aber wenn die Pfeifinnen medizinisch wichtige Faktoren einfach ignorieren, hört der Spaß direkt auf. Da bekomme ich doch glatt beim Lesen Lust darauf, den Pfeifinnen die Ohren langzuziehen. Geht mal gar nicht, solches Verhalten. Grrrrrrrrrr!

    1. Unknown Unknown Unknown Unknown

      das war schon damals so… der hauptgrund, weswegen ich jetzt immer bei meinen richtigen docs bin. zb. wurde eine schwere pankreatitis dort als „macke“ abgestempelt (ja, ohne diagnostik!), das nur so als nebenkriegsschauplatz

      1. Unknown Unknown Unknown Unknown

        Äh, was? Wie viele „leichte Schläge auf den Hinterkopf“ braucht man da, damit bei den Pfeifinnen Erkenntnisse ausbrechen? Da lohnt sich das ja glatt, sofort den Kampf dagegen zu beginnen, bei denen zu landen.

        Ich hab bisher erst ein Mal eine größere Portion Inkompetenz erlebt, als vor Jahren mein Shunt (Hydrozephalus ist da das Stichwort) ausgefallen ist, und wir (Väterlein und ich) erstmals hier in der Stadt im Krankenhaus aufgelaufen sind. Haben die doch glatt nichts gesehen im CT, und der Druck war offenbar auch nicht so hoch, dass ich jemandem den Kittel verunreinigt hätte. Dann durfte ich nach eienr Woche unoperiert wieder nach Hause, nur um dann ein paar Wochen später mit den selben Symptomen wieder aufzulaufen. Da haben die dann immerhin mal operiert, hat nur auch nicht gereicht, so dass ich zwei Wochen später wieder da war. Und danach brauchte ich dann mehrere Wochen, bis ich mit dem neuen Hirndruck wieder richtig klarkam. Is schon blöd, wenn man nach paar Minuten in der Senkrechten Kopfschmerzen bekommt.

  2. Unknown Unknown Unknown Unknown

    Hallo Pilotin, ich verstehe ja Deinen Zorn, aber meine Erfahrung vom Wochenende ist ganz anders:
    Unser 7jährige Enkelin war mal wieder bei uns zu Gast (ein besonders lieber Gast, wie sich das für Enkelinnen gehört :-D)
    Beim Mensch-ärgere-Spiel bemerkte ich, dass sie flach und hochfrequent atmete, kurz darauf klagte sie über Bauchschmerzen.
    Bei „eigenen“ Kinden weiss man in der Regel, was man zu tun hat, aber bei „anvertrauten“ ..
    also: Panik zur Seite geschoben und sich (Oma und Opa) gefragt, ob man selbst zur Notfallambulanz fährt und beschlossen, „die Rettung“ zu rufen.
    Es kamen zwei Rettungssanitäter der Feuerwehr (von der Art, wie ich mir Paul vorstelle), freundlich und kompetent, vor Allem im Umgang mit Kindern. Sie haben sich derart viel Zeit genommen und so die Kleine auch beruhigt. Das Ergebnis war: soweit nichts direkt bedrohliches, aber eine Vorstellung beim Kinderarzt (m/w) wäre zu empfehlen. Sie boten an, uns zu fahren, sagten jedoch, dass ein Eigentransport möglich wäre (das Auto von Opa ist sicherlich weniger bedrohlich als ein grosser RTW.
    Wir fuhren also ins KH nach F-Höchst, wo wir ebenso freundlich aufgenommen und die Kleine untersucht wurden. Blutentnahme und Inhalation, danach warten, dann hatte es sich nicht so gebessert, dass die Ärztin das OK zur Heimfahrt geben wollte. Also:stationäre Aufnahme.
    Und jetzt komm ich zum „Loblied auf die Krankenschwestern in der Kinderklinik“: einfühlsam und freundlich gingen sie auf unsere Wünsche und selbstverständlich auf das Befinden der Maus ein
    .. und zwar alle, in jeder Schicht, ohne Ausnahme!!!
    Selbst das Auffinden einiger Nissen-Hüllen (in der Vorwoche war Lausalarm in der Schule) haben sie nicht aus der Ruhe gebracht. Allerdings waren es wirklich nur Hüllen.
    Glücklicherweise kommt die Kleine mit ziemlicher Sicherheit morgen raus.
    Was ich damit aussagen will: Klar gibt es „So’ne und So’ne“, aber alle so in Bausch und Bogen abzuurteilen ist ungerecht, auch wenn ich verstehen kann, dass man, wenn man selbst betroffen ist und Schmerzen hat, vieles aug die Goldwaage legt.
    Ich wünsche Dir gute und schnelle Besserung, (wie heisst es in einem bestimmten Ärztfach) beiss die Zähne zusammen und mach den Mund schön weit auf 😉
    Liebe Grüsse
    Hajo
    Dies soll übrigens auch ein Lob für diejenigen sein, die jeden Tag (für wenig Einkommen) diese Arbeit machen
    .. trotz der Hemmnisse, die Po-Litiker und Manager (von Aktionären gar nicht zu reden) immer wieder aufbauen!
    Durch die Arbeiten im Gesundheitswesen wird aufgezeigt, dass unser System – allen Hemmnissen (s.o.) zum Trotz – sehr gut ist (ich weiss, wovon ich schreibe, denn ich war in meinen 40 Jahren Berufstätigkeit oft auch „wo anders“).

    1. Unknown Unknown Unknown Unknown

      hi hajo,
      ich urteile nicht über das gesamte berufsbild. ich urteile über eine station, au welcher gerade mal 3 schwestern als kompetent bezeichnet werden können. die ärzte dort sind ebenfalls mit derkrankungen, die den rahmen „diabetes, kinderkrankheiten, kleine kinderchirurgie“ sprengt, maßlos überfordert.
      gute besserung für deine kleine und auch von mir liebe grüße! 🙂

  3. Unknown Unknown Unknown Unknown

    Uff, ich bin sehr betroffen, das zu lesen, und freue mich jetzt glatt mit, dass du wieder dort bist, wo man dich und deine Krankheiten bestens kennt und ernst nimmt. Inzwischen kann ich auch von solchen und solchen Arzterfahrungen berichten. Fehler machen finde ich erstmal nicht schlimm, aber das Nicht-Ernst-Nehmen von Patienten finde ich immer schrecklich, vor allem, wenn man wie du wirklich ein alter Krankenhaushase ist.

  4. Unknown Unknown Unknown Unknown

    Hmm, bin kein Jurist aber frag mioch grad: Geht das nicht Richtung Körperverletzung? Würde es vielleicht helfen, wenn man auf diesen Aspekt hinweist und auf die Möglichkeit einer fachkundigen Klärung durch einen Juristen, sprich: Richter?

  5. Unknown Unknown Unknown Unknown

    Ohja, von Kinderkliniken kann ich auch ein Liedchen singen. Ich wurde mit akuten Nierenschmerzen von meinem „normalen“ Krankenhaus dorthin verwiesen. Die Schwestern waren alle sehr nett dort und stellten sich auch auf mein Alter ein, ich wurde behandelt wie eine fast 17-Jährige sich das wünscht, wie eine Erwachsene eben. Aber als man mir dann mitteilte, dass es alle 6-Bett Zimmer sind und ich mit Kindern / Mädels zwischen 7-13 auf ein Zimmer müsste…ich lehnte vielmals dankend ab und sagte, dass ich mich lieber an die Nephrologie meiner Klinik wende, auch wenn ich dort übers Wochenende auf dem Flur schlafen müsste. Ich glaube, darüber sollte ich mal schreiben 😀
    Aber besser als mit kleinen,nervenden, schreienden Kinder, die den ganzen KiKa gucken und oft Besuch bekommen auf einem Zimmer denn ich brauchte Ruhe. Und die habe ich auf dem Notaufnahmenflur sogar besser.

    Gott sei Dank darf man bei uns mit 12 nun selber Entscheiden, wo man hinmöchte…wenn die Sanis und die Klinik nett sind, wird sich auch daran gehalten. Mit meiner Kopfplatzwunde wurde ich auch an meinen Arbeitsplatz geliefert…
    Kopf hoch, das vergeht alles. Ich kenne es von meinem Kinderarzt, der behandelte mich mit 16 auch noch wie ein Baby, Gott sei dank fand ich einen Allgemeinmediziner der mich direkt in seiner Praxis aufnahm. Denn hier gilt: Bis 18 Kinderdoc. Aber auf Eisenbahn, Medizinihefte, Plüschtiere und Puzzle hatte ich keinen Bock mehr.

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