Ich muss zugeben – da habe ich mit meiner Überschrift ganz schön tief in die Klischeekiste gegriffen.

In Stomaforen lese ich momentan eine Menge darüber, dass sich viele Stomaträger(innen) nicht trauen, nach ihrer Operation im Bikini schwimmen zu gehen. Sie finden sich hässlich, fürchten sich vor dummen Blicken oder haben schlicht und ergreifend Selbstwertkrisen durch den kleinen Beutel am Bauch. Leute, ich will euch nicht auf den Schlips treten, aber… Seht euch an den Stränden um – Ihr werdet heraushängende Bierbäuche, ungepflegte Füße in mehr oder weniger stilvollen Adiletten, Achselhaarurwälder, runde Menschen in viel zu engen Badeanzügen und meiner Meinung nach am Schlimmsten – anorektische 14-Jährige, denen das Bikinihöschen fast vom knochigen Becken rutscht, sehen.

Und da denkt ihr, ein paar Narben und ein kleiner Plastikbeutel machen euch unattraktiv?

Unsere Bäuche sind etwas Besonderes – Habt ihr jemals einen Bauch gesehen, der eine Geschichte erzählt? Also ich nicht. Ich persönlich bin stolz auf meinen Körper und sehe ihn, auch wenn es vielleicht etwas hochnäsig klingt – als Siegertrophäe nach der langen CU-Odyssee. Wie den Siegergürtel eines Boxers, der einen Kampf gewonnen hat.

Ich trage diesen „Gürtel“ mit einem gewissen Stolz.

Meiner Meinung nach habt ihr keinen Grund, euch unansehnlich, entstellt oder unwohl zu fühlen!

 

10 thoughts on “Von weiblichen Sommerkrisen und Adiletten (kurz)

  1. Unknown Unknown Unknown Unknown

    Ich mag dein Gemüt!
    Mir ist mein Bauch auch peinlich, aber ich versuche es jetzt mal, mit deinen Worten zu sehen: Mein Bauch erzählt auch Geschichte. Schwangerschaftsstreifen und Beulen sind auch nicht schön anzusehen, sind aber Spuren dreier kleiner, jetzt schon großer Menschen. Eine schöne Einstellung, liebe Pilotin. Und dein Gürtel ist tatsächlich ein Siegesgürtel. Respekt, meine Liebe.

  2. Unknown Unknown Unknown Unknown

    Fett ist Wohlstand. Ein Beutel hingegen (also, nicht so einer wie meiner aus Natur) macht Angst, denn er erinnert Menschen daran, dass nicht alles immer so läuft, wie man das gerne hätte.

  3. Unknown Unknown Unknown Unknown

    Liebe OP-Tisch-Pilotin,
    Ich finde deine Einstellung echt klasse!
    Allerdings eine Anregung: Evt sind die anorektischen 14-jährigen und die Bierbauchträger dies nicht freiwillig.
    Eine sehr gute Freundin hat zum Beispiel Morbus Crohn und war sehr lange mit ihrem Untergewicht unglücklich und wollte nicht ins Schwimmbad.
    Ich habe genau das andere Problem, dass ich trotz viel Sport mein Bäuchlein mit mir rumtrage.
    Dein Post Klang diesen Geuppen gegenüber sehr kritisch doch ich finde, Wenn man Akzeptanz verlangt sollte man diese auch anderen zukommen lassen!

    Liebe Grüße!
    Marie

    P.S.: Toller Blog, ich lese sehr gerne mit =)

  4. Unknown Unknown Unknown Unknown

    liebe Pilotin, auch ich bewundere Dich für Deine EInstellung: pragmatisch (ei der Kölner sagt „es kütt wie et kütt“). Das ist – nach mener unmaßgeblichen Meinung – genau die richtige Philosophie
    .. alles Andere führt nur zu Pickeln bis hin zum „Herzkasper“.
    Liebe Grüße
    Hajo

  5. Unknown Unknown Unknown Unknown

    Ich habe zwar keinen „Beutel“ mehr und bin schon älter, aber Deinen Mut bewundere ich, konnte
    gar nicht aufhören zu lesen.

    Also Kopf hoch und alles Gute
    Rudi

  6. Unknown Unknown Unknown Unknown

    Untergewicht ist genauso ein Merkmal von Anorexie, wie der Beutel bei deiner Krankheit. Diese Menschen sind auch krank und leiden darunter. Du solltest vorher darüber nachdenken was du schreibst!

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