Liebe Leser, ich hatte schon lange vor, euch von den gesamten Klinikaufentalten zu berichten, damit ihr euch mein Leben mit schwerer CED besser vorstellen könnt. Oftmals kam ich nicht dazu. Dies wird nun eine laaaaaaaaaaange Artikelreihe, die unregelmäßig erscheinen wird. Selbstverständlich werden nicht alle Artikel, die ich schreibe, die Reihe fortsetzen, ihr werdet natürlich weiterhin Anekdoten, mich bewegende Situationen oder einfach meinen Alltag zwischen Schule, Krankheit und OP weiter verfolgen können! 🙂

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CED – Als auch schon damals medizinisch interessiertes Kind verstand ich etwas unter dem Begriff. Mit 11 Jahren hing ich am liebsten über dem Psychrembel und las mir die Beschreibungen verschiedener Erkrankungen durch.

Im Mai 2008 fing meine Oma an, zu kränkeln. Sie hat Probleme mit dem Herzen. Mitte Juni wurde es recht schlimm bei ihr, der Blutdruck schoss oft in die Höhe. Irgendwann war er so hoch, dass wir den Rettungsdienst rufen mussten. Ich durfte vorne im RTW fahren, was ich total cool fand und immernoch ein bisschen stolz drauf bin. 🙂

Einen Tag später (ich bekam wegen der Umstände zwei Tage frei) gingen meine Mutter und ich in die Stadt, um Einkäufe für meine Oma zu erledigen. Wir besorgten ihr neue Nachthemden und ein zweites Paar Hausschuhe. Außerdem hatten wir vor,  ihr den Balkon zu renovieren, um meiner Oma eine Freude zu machen, wenn sie wieder zuhause ist. Geschafft setzten wir uns in ein asiatisches Restaurant und bestellten uns zwei leckere, aber recht scharf gewürzte Gerichte. Danach ging es nach einem kurzen Zwischenstopp zuhause, in die Klinik zu meiner Oma und danach wieder zurück nach Hause.

Wir saßen beim Abendbrot und ruhten uns vor dem Fernseher von dem anstrengendem Tag aus.

Plötzlich musste ich dringend auf’s Klo und stellte erschrocken fest, dass ich wohl leichte Darmblutungen habe. Umgehend sagte ich meiner Mutter bescheid.  Sie war auch sehr erschrocken, meinte aber, dass es sein kann, dass ich Hämorriden haben könnte und das scharfe Essen eine leichte Blutung durch die Reizung verursacht haben könnte.

In der Zwischenzeit hatte ich eine starke Bauchschmerzattacke, die so starke Schmerzen verursachte, dass ich mich so verkrampfte, dass ich mir das handgelenk verrenkte und in der Notaufnahme landete. Die Kinderärztin, die mich untersuchte, tastete nur kurz den Bauch ab und holte einen Orthopäden wegen des Handgelenks. Ihre Zwischentöne gingen in die Richtung „hochempfindliches Kind“, es wurde keine Sono gemacht und Blut wurde ebenfalls nicht abgenommen.  Nachdem mein Handgelenk wieder funktionierte, wurde ich nachhause geschickt.

Es vergingen viele Tage, inzwischen war ich zwölf und meine Oma mit der Diagnose „Arterielle Hypertonie“ (Bluthochdruck) nach einigen Turbulenzen wieder gesund und munter zuhause.

Eines Tages bekam ich wieder eine Darmblutung. Dieses mal ein wenig stärker.

Wir gingen zum Kinderarzt, weil wir eigentlich eine Überweisung zum Gastroenterologen haben wollten. Der KiA schickte uns allerdings zu einer Kinderchirurgin.

Ich meinte schon zu meiner Mutter, dass ich glaube, CED’ler zu sein. Sie war allerdings der Meinung, dass Hämorriden warscheinlicher wären und wiegelte meine Vermutung ab.

Dann war endlich der Termin bei der Chirurgin. Die Kinderchirurgin machte eine Sono und andere unangenehme Untersuchungen….                                Angeblich fand sie nichts…

Als ich fragte, warum sie mir kein Blut abnehmen will, meinte sie, dass es nicht nötig sei, ich hätte eine einfache Analfissur durch zu schweres Tragen.

Das kann’s aber wirklich nicht gewesen sein, denn die Blutungen wurden immer stärker und wurden wirklich – umgangsprachlich – extrem. So blieb es dann auch. Endlich schrieb die Chirurgin eine Überweisung zum Gastro. In der Klinik bekam ich sehr zügig einen Termin.

Ich wusste, dass ich um eine Koloskopie nicht herumkommen würde. Ich hatte eine riesen Angst davor, weil man für diese Untersuchung literweise ekliges Abführmittel trinken muss. Dies Prozedur ist wirklich furchtbar.

Mehr dazu im nächsten Teil von „CED and me“….

12 thoughts on “Unser erstes Kennenlernen (CED and me – 1)

  1. Unknown Unknown Unknown Unknown

    Ist aber auch ein eher ungewöhnliches Hobby, mit 11 Jahren den Psychrembel durchzulesen. Ich fand zu dem Zeitpunkt Abenteuerromane ja spannender… 😀

  2. Unknown Unknown Unknown Unknown

    Da war ein 11jähriges Mädchen schlauer als ihre Ärzte…. Tsss 😉
    Ich verfolge deinen Blog seit ein paar Wochen und les deine Texte sehr gerne, alles Liebe dir!

    1. Unknown Unknown Unknown Unknown

      nein. das ist wohl genetisch veranlagt. leider sind die ursachen nur „pi mal daumen“ erforscht, ich weiß bisher nur, dass ich eine genetische prädisposition habe und dass umwelteinflüsse eine rolle spielen können

  3. Unknown Unknown Unknown Unknown

    Ah, okay.
    Ich find’s aber schon fragwürdig, dass so lange nicht erkannt wurde, dass du weder simulierst noch eine kleine Magen-Darm-Verstimmung hast…

    1. Unknown Unknown Unknown Unknown

      mein kinderarzt ist generell eine doppelnull. der hatte nicht mal einen ileus erkannt… die ileussymptome waren an dem tag nicht so stark, ich wollte nicht in die klinik und hoffte auf den kia. statt mich in die klinik zu stecken oder selber das stoma zu sondieren, faselte der was von „du hast warscheinlich die platte zu eng ausgeschnitten“ und schickte mich mit einem homöopathikum, das sich als „blasenmittel“ herausstellte, nachhause. dort wurde ich dann um 1 uhr nachts vom rtw abgeholt, weil ich starke schmerzen hatte und der ileus so stark ausgeprägt war, dass „miserere“ (med. fachbegriff für etwas, das ich nicht unbedingt beschreiben will^^) eintrat und das 14 mal pro stunde. höllenqualen. und das nur weil ich 1. dachte, einen „leichten“ subileus ohne klinik wegzukriegen und 2. dem vollidioten vertraut habe.

    1. Unknown Unknown Unknown Unknown

      nein, denn glücklicherweise habe ich einen anderen kia (kein gastro) ,den ich wirklich gern mag und bei kleineren problemen um rat bitten kann. erstaunlich war, dass mich ein anderer, ein gastroenterologe aus einer sehr großen uniklinik, der nun eine eigene praxis hat, quasi „abgewimmelt“ hat. 😀

    1. Unknown Unknown Unknown Unknown

      keine ahnung… meine mutter und ich waren auch etwas verwundert. der hatte mich nämlich nach einer sono und BA in die kinderklinikambulanz zur weiterbehandlung überwiesen, die wollten mich aber auch nicht (können eh‘ nix weiter machen) und verwiesen mich zu einem beckenchirurgen. der konnte auch nichts machen und schrieb eine empfehlung für meine chirurgen. 😀

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